Erfolgreiche Kooperation zwischen der Esterhazy Betriebe AG und Rettet das Kind – Perspektiven durch Inklusion und Praxisnähe
- 14. Mai 2025
- 3 Min. Lesezeit
Die Esterhazy Betriebe AG und Rettet das Kind setzen mit der WirtschaftsIntegrativen BerufsAusbildung (WIBA) ein starkes Zeichen für Inklusion im Burgenland. Das Projekt ermöglicht eine Berufsausbildung für Menschen mit Behinderung und schafft praxisnahe Perspektiven für junge Menschen. Seit 2021 stellt die Esterhazy Betriebe AG Ausbildungsplätze zur Verfügung und unterstützt damit die Kooperation Esterhazy und Rettet das Kind.

WIBA – Teilqualifikation und praxisnahe Ausbildung
Die 2021 von Rettet das Kind gestartete WirtschaftsIntegrative BerufsAusbildung (WIBA) bietet maßgeschneiderte Ausbildungspläne. In Kooperation mit Partnerunternehme ist das Ziel, eine praxisnahe Berufsausbildung in Form einer Teilqualifikation, die auf die individuellen Bedürfnisse der Teilnehmenden eingeht. Neben fachlichem Wissen lernen die Jugendlichen betriebliche Abläufe kennen und erweitern ihre sozialen Kompetenzen. Begleitet werden sie von erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Rettet das Kind, die sie bis zum erfolgreichen Abschluss unterstützen. Die finanzielle Absicherung des Projekts trägt das AMS Burgenland.
„Bei der Integration von Personen mit besonderen Bedürfnissen in den Arbeitsmarkt hat Österreich noch viel zu tun. Umso erfreulicher ist es, dass Esterhazy und Rettet das Kind hier gemeinsam eine einzigartige Initiative gestartet haben. Besonders erfolgversprechend ist die Ausbildung von eingeschränkten, teilarbeitsfähigen Jugendlichen deshalb, weil sie direkt in einem Betrieb durchgeführt wird. Das AMS hat seit 2024 den Auftrag, teilarbeitsfähige Jugendliche beim Weiterentwickeln ihrer beruflichen Kompetenzen zu unterstützen und so die Chance aufrechtzuerhalten, am Arbeitsmarkt längerfristig Fuß zu fassen. Ich bedanke mich ganz herzlich bei den Mitarbeitern und dem Verantwortlichen von Esterhazy für ihr Engagement und würde mir wünschen, ähnliche Projekt in anderen Regionen des Burgenlandes anbieten zu können“, so Helene Sengstbratl, Landesgeschäftsführerin AMS Burgenland.
Ausbildung im Schlosspark Lackenbach – gelebte Inklusion

Bereits im ersten Jahr – damals noch gefördert durch das Sozialministeriumservice des Landes Burgenland – erhielt ein Jugendlicher einen Praktikumsplatz im Schlosspark Lackenbach. Michael Manak, Leiter der historischen Gartenanlagen Esterhazy, erklärt: „Die Tätigkeiten im Garten sind vielfältig und bieten auch Menschen mit Einschränkungen zahlreiche Möglichkeiten, ihre Fähigkeiten einzusetzen und Kompetenzen aufzubauen.“ Auf seine Motivation hin begann ein junger Mann nach dem Praktikum eine Lehre und steht inzwischen im dritten Lehrjahr. „Seine Mitarbeit ist eine Bereicherung für das ganze Team“, so der Gärtnermeister, der zugleich darauf verweist, welche Fortschritte der Lehrling gemacht hat. „Wir haben gemeinsam begonnen, einen Waldgarten anzulegen. Viele einfache Arbeiten kann er dort mittlerweile selbstständig oder mit geringfügiger Unterstützung durchführen, was wiederum die anderen Mitarbeiter entlastet.“
Zwei der Teilnehmerinnen bieten mit ihren Zeichnungen einen ganz persönlichen Einblick in ihren Arbeitsalltag: In einer begleitenden Ausstellung treffen zart kolorierte Naturillustrationen auf expressiv-bunte Alltagszenen, gepaart mit Fotos aus dem Arbeitsalltag, die dazu einladen, Dinge aus anderen Blickwinkeln zu sehen - ganz im Sinne des Ausstellungsmottos "Perspektiven".
Soziale Verantwortung und inklusive Arbeitsplätze
Auch der Vorstand der Esterhazy Betriebe AG ist von der Tragweite der Maßnahme überzeugt: „Als ein Leitbetrieb in der Region hat es für uns hohen Stellenwert, soziale Verantwortung zu übernehmen“, sagt Vorstand Michael Gröschl. „Wir bieten jungen Menschen in unterschiedlichen Ausbildungsstadien Praktikumsplätze und geben so die Möglichkeit, erste Erfahrungen im Beruf zu sammeln. Zugleich fungieren wir als Ausbildungsbetrieb in derzeit sieben Lehrberufen und bieten, wie unser Lehrling in Lackenbach zeigt, auch Menschen mit besonderen Bedürfnissen eine faire Chance, im Berufsleben Fuß zu fassen.“
Die Initiative zeigt, wie inklusive Arbeitsplätze in Österreich geschaffen werden können – ein Gewinn für alle Beteiligten. Während die Jugendlichen ihre beruflichen und persönlichen Fähigkeiten entfalten, profitieren die Betriebe von motivierten Nachwuchskräften, die mit Leidenschaft bei der Sache sind.





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